Interview

Dr. Kratschmayr, neben dem typischen Leistungsangebot einer Zahnarztpraxis bieten Sie viele alternative und ganzheitliche Therapien an. Wie sind Sie selbst zu diesem ganzheitlichen Ansatz gekommen? Der Weg zu den alternativen, ganzheitlichen Methoden hat sich aus meinen persönlichen Erfahrungen und der Praxis in meinen ersten Jahren als Zahnarzt ergeben. Immer wieder gab es Fälle, die nicht lösbar schienen. Ein Beispiel sind Patienten mit unerklärlichen chronischen Beschwerden oder unklaren Schmerzen im Kopfbereich. Häufig sind an diesen Beschwerden die Zähne oder eine Cranio-Mandibuläre-Dysfunktion (CMD) beteiligt. Über die Jahre habe ich so Ansätze gefunden, die Lösungen für diese Patienten bieten.

Ist der ganzheitliche Ansatz die Zukunft der Zahnmedizin? Oder ist er nur für Patienten mit bestimmten Problemen, z. B. Zähneknirschen, Kopfschmerzen oder Schlafstörungen interessant? Der ganzheitliche Ansatz mit Analyse des Kiefers oder osteopathischen Methoden ist nur für eine kleine Patientengruppe interessant, die besondere Beschwerden hat. Deshalb wird er immer ein Teilbereich der Zahnmedizin bleiben und die gängigen Methoden der Zahnheilkunde keinesfalls ersetzen. Was natürlich positiv zu sehen ist: Chronische Beschwerden sind glücklicherweise nicht die Regel.

Um sich Ihre Herangehensweise aus Patientensicht vorstellen zu können: Welche Unterschiede zu herkömmlichen Zahnmedizinern bemerken neue Patienten, wenn Sie zu Ihnen in die Praxis kommen? Die Atmosphäre ist entspannt: Wir lassen leise beruhigende Musik im Hintergrund laufen und legen Wert auf eine ruhige Gangart im Praxisbetrieb. So ist auch die Herangehensweise an die Behandlung: Sie wird nachhaltig angelegt. Das heißt: Nach der Diagnose nehme ich mir Zeit, den Fall zu überdenken. Nicht immer kommt die Idee für den Fall innerhalb von Minuten. Ich plane Schritt für Schritt so, dass ein bestmögliches Ergebnis und eine lange Haltbarkeit gesichert sind. Vor jeder Sanierung erfolgen vorbereitende Massnahmen, z. B. die Kariesbeseitigung und – wenn nötig – eine Zahnfleischbehandlung. Damit ist der erste Grundstein für eine erfolgreiche Sanierung gelegt.

In Ihrer Praxis „Zahnärzte am Augustaplatz“ behandeln Sie und Frau Skardov. Jeder hat andere Behandlungsschwerpunkte. Wie entscheide ich als Patient, zu wem ich gehe? Als Neupatient kommen Sie in der Regel zu mir. Ich kommuniziere mit dem Patienten, erörtere weitere diagnostische Maßnahmen mit ihm, stelle die Diagnose und lege die konzeptionelle Richtung fest. Der Fokus von Frau Dr. Skardov liegt auf konservierenden Maßnahmen, Wurzelbehandlungen (Endodontie), Kinderzahnheilkunde sowie im Bereich Prothetik.